Neunkircher Hüttenweg
Neunkirchen
Dauer:
ca. 2 Stunden
Start:
Neunkirchen
Ziel:
Neunkirchen
Art der Route:
Wanderweg
Beschreibung
Der Neunkircher Hüttenweg umfasst mehrere Stationen im alten Hüttenareal (AHA) Neunkirchen (Saar). Er beginnt bei den alten Meisterhäusern, die 1882 errichtet wurden. Es handelt sich dabei um sechs eingeschossige Doppelhäuser, die heute in Privatbesitz sind. Um die Meisterhäuser herum waren früher (bis Anfang der 1980er Jahre) die Werksanlagen. Für Ledige gab es extra Schlafhäuser, die es leider nicht bis heute überdauert haben. Der Weg führt weiter am Heinitzbach vorbei zur ehemaligen Hochofenanlage. Heute stehen nur noch zwei der ehemals sechs Hochöfen (II und VI). Der Hochofen II ist in ganz Europa der einzige restaurierte und konservierte Hochofen. Der Hochofen VI besitzt noch drei Winderhitzer und die Gichtbühne. 1902 wurden große technische und bauliche Änderungen (Gebläsemaschine und Erhöhung Winderhitzer) durchgeführt. Dadurch war man in der Lage ab 1929/30 den kompletten Roheisenbedarf aus eigener Erzeugung decken zu können. Der Hochofen II erreichte 1969 eine Tagesproduktion von 1.400 t. Der Hochofen VI hingegen der 1976 das letzte Mal modernisiert wurde kam nur auf 700 t pro Tag. Direkt neben dem Hochofen VI befindet sich das alte Gebläsehaus. Dieses wurde ab 1903 gebaut. In dem Gebäude waren die mit Hochofengas (Gichtgas) betriebenen Gebläse untergebracht. Die Aufgabe dieser Gebläse war es, die Winderhitzer mit Luft zu versorgen. Der Wasserturm befindet sich direkt gegenüber. Er wurde 1936 erbaut. Seine Aufgabe war es, die Wasserversorgung der Hochöfen sicherzustellen. Insgesamt fasste der Wasserturm 2.150 Kubikmeter.
Heute befinden sich im Wasserturm 4 Kinos (Cinetower). In einem neueren Anbau sind einige Kneipen untergebracht. An den Winderhitzern von Hochofen II vorbei kommt man zur Stummschen Reithalle. Die Reithalle wurde früher (1858/59) als Reitbahn für die Kinder von Karl Friedrich Stumm genutzt. Später wurde die Reithalle als Wagenschuppen (1880), dann als Feuerwehrhaus und zuletzt als Lehrwerkstatt (1985) genutzt. Heute finden hier verschiedene Veranstaltungen (Theater, Musikauftritte) statt. Dann geht es weiter Richtung Lindenallee zum Hammergraben. Der Hammergraben diente zur Verbesserung der Kühlwasserversorgung. Er ist eines der ältesten Bauwerke in ganz Neunkirchen (Ende des 16. Jahrhunderts). Es geht weiter am Spitzbunker (Luftschutzbunker für 500 Personen im 2. Weltkrieg) vorbei in Richtung Stummsche Kapelle. Diese wurde 1850 im neugotischen Stil erbaut. Die Kapelle war bis auf wenige Ausnahmen nur der Familie Stumm zugänglich. Nachdem die Familie Stumm auf Schloss Halberg umgezogen ist wurde die Kapelle kaum mehr benutzt. Jetzt geht es ein Stück zurück in Richtung Hammergraben. Man kommt an der alten Direktorenvilla vorbei, die 1921 im Auftrag des Eisenwerks errichtet wurde. Dann kommt man zum Privatfriedhof der Familie Stumm. Der Friedhof ist von einer Mauer umgeben und war früher einmal vom Herrenhaus aus zugänglich. Die Gräber, die mit gusseisernen Kreuzen versehen sind, gruppieren sich um eine gusseiserne Denkmalstele von 1845 herum. Es geht weiter Richtung Saarbrücker Straße zur Hüttenschule. Die Hüttenschule wurde 1851 auf Initiative der Stummschwester Henriette Strantz errichtet. Die Schule nannte sich "weibliche Industrieschule zu Neunkirchen". Ziel dieser Schule war es, den Töchtern der im Hüttenwerk Beschäftigten eine hauswirtschaftliche Ausbildung zukommen zu lassen. Die Schule kostete das Hüttenwerk jährlich 100.000 Franken. Geleitet wurde die Schule von der Gräfin "von Franken-Sierstopff". Zwischen 1914 - 1918 wurde das Gebäude als Militärlazarett genutzt. Später war darin das Hüttenarchiv, das sich heute im Hammergrabenhaus befindet, untergebracht. Von hier aus geht es an einem Konferenzgebäude (errichtet 1894/95) und noch einer Direktorenvilla (errichtet 1921) vorbei um das Saarpark-Center herum Richtung Stummdenkmal. Das Stummdenkmal zeigt Carl Ferdinand von Stumm-Halberg mit "Zange" und "Kokile". Das Denkmal hatte in den letzten Jahrzehnten durch verschiedene Umbaumaßnahmen der Stadt Neunkirchen (Saar) immer mal wieder einen neuen Platz. Vom Stummdenkmal aus geht es Richtung Hüttenbergstraße zur Christuskirche (auch Herz Jesu Kirche genannt). Die Kirche war eine Stiftung von Carl Ferdinand von Stumm-Halberg an die evangelische Gemeinde. Sie wurde in den Jahren 1867 - 69 im neugotischen Stil errichtet. Im 2. Weltkrieg beschädigt wurde die Kirche 1949 in abgewandelter Form wieder aufgebaut. Hinter der Christuskirche steht das 1904 von der Familie Stumm gestiftete Karl-Ferdinand-Haus. Erbaut für Alte und Waisen ist es heute ein Altenheim für ca. 60 Personen. Zeitweise diente es auch als Entbindungsheim. Hier endet der Neunkircher Hüttenweg.
Der Neunkircher Hüttenweg umfasst mehrere Stationen im alten Hüttenareal (AHA) Neunkirchen (Saar). Er beginnt bei den alten Meisterhäusern, die 1882 errichtet wurden. Es handelt sich dabei um sechs eingeschossige Doppelhäuser, die heute in Privatbesitz sind. Um die Meisterhäuser herum waren früher (bis Anfang der 1980er Jahre) die Werksanlagen. Für Ledige gab es extra Schlafhäuser, die es leider nicht bis heute überdauert haben. Der Weg führt weiter am Heinitzbach vorbei zur ehemaligen Hochofenanlage. Heute stehen nur noch zwei der ehemals sechs Hochöfen (II und VI). Der Hochofen II ist in ganz Europa der einzige restaurierte und konservierte Hochofen. Der Hochofen VI besitzt noch drei Winderhitzer und die Gichtbühne. 1902 wurden große technische und bauliche Änderungen (Gebläsemaschine und Erhöhung Winderhitzer) durchgeführt. Dadurch war man in der Lage ab 1929/30 den kompletten Roheisenbedarf aus eigener Erzeugung decken zu können. Der Hochofen II erreichte 1969 eine Tagesproduktion von 1.400 t. Der Hochofen VI hingegen der 1976 das letzte Mal modernisiert wurde kam nur auf 700 t pro Tag. Direkt neben dem Hochofen VI befindet sich das alte Gebläsehaus. Dieses wurde ab 1903 gebaut. In dem Gebäude waren die mit Hochofengas (Gichtgas) betriebenen Gebläse untergebracht. Die Aufgabe dieser Gebläse war es, die Winderhitzer mit Luft zu versorgen. Der Wasserturm befindet sich direkt gegenüber. Er wurde 1936 erbaut. Seine Aufgabe war es, die Wasserversorgung der Hochöfen sicherzustellen. Insgesamt fasste der Wasserturm 2.150 Kubikmeter.
Heute befinden sich im Wasserturm 4 Kinos (Cinetower). In einem neueren Anbau sind einige Kneipen untergebracht. An den Winderhitzern von Hochofen II vorbei kommt man zur Stummschen Reithalle. Die Reithalle wurde früher (1858/59) als Reitbahn für die Kinder von Karl Friedrich Stumm genutzt. Später wurde die Reithalle als Wagenschuppen (1880), dann als Feuerwehrhaus und zuletzt als Lehrwerkstatt (1985) genutzt. Heute finden hier verschiedene Veranstaltungen (Theater, Musikauftritte) statt. Dann geht es weiter Richtung Lindenallee zum Hammergraben. Der Hammergraben diente zur Verbesserung der Kühlwasserversorgung. Er ist eines der ältesten Bauwerke in ganz Neunkirchen (Ende des 16. Jahrhunderts). Es geht weiter am Spitzbunker (Luftschutzbunker für 500 Personen im 2. Weltkrieg) vorbei in Richtung Stummsche Kapelle. Diese wurde 1850 im neugotischen Stil erbaut. Die Kapelle war bis auf wenige Ausnahmen nur der Familie Stumm zugänglich. Nachdem die Familie Stumm auf Schloss Halberg umgezogen ist wurde die Kapelle kaum mehr benutzt. Jetzt geht es ein Stück zurück in Richtung Hammergraben. Man kommt an der alten Direktorenvilla vorbei, die 1921 im Auftrag des Eisenwerks errichtet wurde. Dann kommt man zum Privatfriedhof der Familie Stumm. Der Friedhof ist von einer Mauer umgeben und war früher einmal vom Herrenhaus aus zugänglich. Die Gräber, die mit gusseisernen Kreuzen versehen sind, gruppieren sich um eine gusseiserne Denkmalstele von 1845 herum. Es geht weiter Richtung Saarbrücker Straße zur Hüttenschule. Die Hüttenschule wurde 1851 auf Initiative der Stummschwester Henriette Strantz errichtet. Die Schule nannte sich "weibliche Industrieschule zu Neunkirchen". Ziel dieser Schule war es, den Töchtern der im Hüttenwerk Beschäftigten eine hauswirtschaftliche Ausbildung zukommen zu lassen. Die Schule kostete das Hüttenwerk jährlich 100.000 Franken. Geleitet wurde die Schule von der Gräfin "von Franken-Sierstopff". Zwischen 1914 - 1918 wurde das Gebäude als Militärlazarett genutzt. Später war darin das Hüttenarchiv, das sich heute im Hammergrabenhaus befindet, untergebracht. Von hier aus geht es an einem Konferenzgebäude (errichtet 1894/95) und noch einer Direktorenvilla (errichtet 1921) vorbei um das Saarpark-Center herum Richtung Stummdenkmal. Das Stummdenkmal zeigt Carl Ferdinand von Stumm-Halberg mit "Zange" und "Kokile". Das Denkmal hatte in den letzten Jahrzehnten durch verschiedene Umbaumaßnahmen der Stadt Neunkirchen (Saar) immer mal wieder einen neuen Platz. Vom Stummdenkmal aus geht es Richtung Hüttenbergstraße zur Christuskirche (auch Herz Jesu Kirche genannt). Die Kirche war eine Stiftung von Carl Ferdinand von Stumm-Halberg an die evangelische Gemeinde. Sie wurde in den Jahren 1867 - 69 im neugotischen Stil errichtet. Im 2. Weltkrieg beschädigt wurde die Kirche 1949 in abgewandelter Form wieder aufgebaut. Hinter der Christuskirche steht das 1904 von der Familie Stumm gestiftete Karl-Ferdinand-Haus. Erbaut für Alte und Waisen ist es heute ein Altenheim für ca. 60 Personen. Zeitweise diente es auch als Entbindungsheim. Hier endet der Neunkircher Hüttenweg.
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